Mündliche Kündigung durch Arbeitnehmer kann wirksam sein

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz hatte am 08.02.2012 – 8 Sa 318/11 – einen Fall zu entscheiden bei dem eine Frisörin zunächst in einem Telefongespräch mehrfach gekündigt hatte. Der Arbeitgeber hatte daraufhin die fristlose Kündigung ausgesprochen.

Das Landesarbeitsgericht hat die Kündigungsschutzklage der Arbeitnehmerin – ebenso wie das Arbeitsgicht zuvor – abgewiesen.

Die Klägerin könne sich nicht auf Treu und Glauben berufen, da Sie ihre Kündigung mehrfach mündlich wiederholt habe. Der besondere Schutz der Schriftform (§ 623 BGB) gelte nicht für Arbeitnehmer die sich derart widersprüchlich verhalten wie die Arbeitnehmerin hier.

Also Achtung Arbeitnehmer – nicht einfach so fristlos kündigen wenn man es nicht so meint.
Im vorliegenden Fall hat die Arbeitnehmerin zwar die Kündigung mehrfach wiederholt, man kann aber im Einzelfall nicht absehen wie ein Gericht bei nur einmaligem Ausspruch einer Kündigung entscheidet.

Abschließend sei noch der Hinweis erlaubt, dass diese Entscheidung keine Aufweichung des Schriftformerfordernisses für Arbeitgeber darstellt. Ein Arbeitgeber muss nach wie vor schriftlich kündigen.

 

 

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